„Ich war nicht da“

Wenn ein Mensch stirbt und man selbst in diesem Moment nicht da war, kann ein sehr belastender Gedanke entstehen: Ich hätte da sein müssen.

 

Dabei geht es oft nicht nur um den tatsächlichen Moment, sondern um die Vorstellung, dass die eigene Anwesenheit etwas verändert hätte – für den anderen oder für sich selbst.
Dieser Gedanke kann sich festsetzen und immer wiederkehren, auch wenn sich nicht sicher sagen lässt, ob es tatsächlich einen Unterschied gemacht hätte. Vielleicht spüren Sie, dass genau diese Form von Schuld Sie beschäftigt.

Schreibimpulse

Gedanken über die eigene Abwesenheit kreisen oft um konkrete Situationen. Vielleicht gehen Sie diesen Moment innerlich immer wieder durch. Was gewesen ist und was hätte anders sein können. Sie können versuchen, genau diese Gedanken aufzuschreiben.

Vielleicht beginnen Sie mit: „Ich denke immer wieder daran, dass ich nicht da war, weil …“

Oder: „Was mich daran besonders beschäftigt, ist …“

Es geht nicht darum, diesen Gedanken sofort aufzulösen. Sondern ihn auszusprechen.

Ritual

Sie können Ihren Brief bewusst an einem ruhigen Ort ablegen. Vielleicht an einem Platz, der für Sie mit Erinnerung verbunden ist. Es kann helfen, diesen Moment nicht nur gedanklich immer wieder durchzugehen, sondern ihm eine Form zu geben, die außerhalb von Ihnen existiert. Der Brief steht dann stellvertretend für das, was Sie nicht mehr verändern können.

Abschluss

Nicht bei einem Menschen gewesen zu sein, bedeutet nicht, dass die Verbindung gefehlt hat. Es bedeutet, dass ein Moment anders verlaufen ist, als Sie es sich gewünscht hätten. Die Gedanken darüber können bleiben. Aber sie müssen nicht dauerhaft die einzige Sicht auf diesen Verlust sein.

 

Hier können Sie sich Ihren Beispielbrief kostenlos herunterladen