„Was ich Dir noch vorwerfe“
Neben Traurigkeit und Vermissen können in der Trauer auch Vorwürfe entstehen.
Gedanken darüber, was anders hätte sein sollen, was gefehlt hat oder was vielleicht verletzt hat.
Diese Gefühle wirken oft irritierend, weil sie nicht dem entsprechen, was man von Trauer erwartet. Und dennoch gehören sie dazu, weil jede Beziehung auch Spannungen, Enttäuschungen und unerfüllte
Erwartungen enthält. mVielleicht spüren Sie, dass es Dinge gibt, die Sie innerlich festhalten, ohne dass sie je ausgesprochen wurden.
Schreibimpulse
Vorwürfe sind oft schwer zuzulassen, weil sie nicht zu dem Bild passen, das man von Trauer hat.
Vielleicht gibt es Gedanken, die Sie bisher eher zurückgehalten haben. Sätze, die Sie sich selbst nicht ganz eingestehen wollten. Sie dürfen diesen Gedanken Raum geben, ohne sie bewerten zu
müssen.
Vielleicht beginnen Sie mit:
„Ich habe dir nie gesagt, dass …“
Oder:
„Was mich immer wieder beschäftigt, ist …“
Es kann sein, dass dabei auch Wut spürbar wird. Oder Enttäuschung. Beides hat in diesem Rahmen seinen Platz.
Ritual
Wenn Sie Ihren Brief beendet haben, können Sie entscheiden, wie Sie damit umgehen möchten.
Bei Vorwürfen kann es hilfreich sein, den Brief bewusst loszulassen. Zum Beispiel, indem Sie ihn zerreißen oder verbrennen. Nicht als Zeichen von Ablehnung. Sondern als Zeichen dafür, dass diese
Gedanken nicht dauerhaft festgehalten werden müssen. Sie können den Moment bewusst abschließen und sich danach einen ruhigen Übergang schaffen.
Sanfter Abschluss
Vorwürfe bedeuten nicht, dass die Verbindung weniger wertvoll war. Sie zeigen, dass etwas wichtig war. Und dass es Stellen gab, an denen es nicht vollständig stimmig war.
Indem Sie diesen Gedanken Raum geben, verändern Sie nicht die Vergangenheit. Aber Sie verändern den Umgang damit in der Gegenwart.
Hier können Sie sich Ihren Beispielbrief kostenlos herunterladen