„Unser letzter Streit“

Es gibt Abschiede, die nicht als solche erkennbar sind. Ein letzter Satz, ein Streit, ein Moment der Distanz – und niemand weiß, dass es das letzte Mal ist.

Was danach bleibt, ist oft schwer auszuhalten, weil nicht nur der Verlust da ist, sondern auch die Frage, ob es hätte anders sein können. Vielleicht spüren Sie, dass sich genau dieser Moment immer wieder zeigt.

Schreibimpulse

Vielleicht gibt es einen letzten Moment, der sich immer wieder in Ihnen zeigt. Ein Satz, ein Blick, eine Situation, die nicht abgeschlossen wirkt. Sie müssen ihn nicht korrigieren. Aber Sie können ihm jetzt Worte geben.

Vielleicht beginnen Sie mit: „Was mir an unserem letzten Gespräch nicht mehr aus dem Kopf geht, ist …“

Oder: „Ich hätte mir gewünscht, dass ich dir noch sagen kann …“

Vielleicht taucht auch Bedauern auf. Oder Wut. Oder beides gleichzeitig. All das darf da sein. Es muss nicht geordnet werden.

Ritual

Wenn Sie Ihren Brief geschrieben haben, können Sie bewusst entscheiden, wie Sie damit umgehen möchten.

Ein möglicher Weg ist, den Brief zu vergraben. Nicht, um den Moment zu verdrängen.
Sondern um ihm einen festen Ort zu geben, außerhalb von Ihnen. Vielleicht wählen Sie einen Platz, der sich ruhig anfühlt. Vielleicht bleiben Sie noch einen Moment dort stehen.

Ein anderer Weg kann sein, den Brief aufzubewahren. Als Zeichen dafür, dass diese Verbindung weiterhin existiert, auch wenn sie sich verändert hat.

Es gibt kein richtig oder falsch. Es geht nur darum, eine Form zu finden, die sich für Sie stimmig anfühlt.

Abschluss

Sie können diesen letzten Moment nicht mehr verändern. Aber Sie können verändern, wie er in Ihnen weiterlebt. Nicht, indem Sie ihn korrigieren. Sondern indem Sie ihm Raum geben, sich zu zeigen. Manche Dinge verändern sich nicht dadurch, dass sie gut ausgehen. Sondern dadurch, dass sie ausgesprochen wurden.

 

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