„Was ich mir selbst vorwerfe“

Schuldgefühle gehören zu den häufigsten und gleichzeitig belastendsten Empfindungen in der Trauer.

Sie entstehen oft aus dem Gedanken heraus, etwas falsch gemacht zu haben, etwas versäumt zu haben oder nicht genug gewesen zu sein. Dabei spielt es häufig keine Rolle, ob diese Gedanken objektiv nachvollziehbar sind – sie fühlen sich dennoch real und schwer an.

Vielleicht gibt es in Ihnen Sätze wie „Ich hätte…“ oder „Warum habe ich nicht…“. Diese Gedanken können sich festsetzen und immer wiederkehren. 

Schreibimpulse

Schuldgefühle zeigen sich oft in wiederkehrenden Gedanken. In inneren Sätzen, die sich kaum unterbrechen lassen. Vielleicht gibt es auch bei Ihnen Situationen, die Sie immer wieder durchgehen. Sie dürfen diese Gedanken aufschreiben, ohne sie sofort hinterfragen zu müssen.

Vielleicht beginnen Sie mit: „Ich mache mir Vorwürfe, weil …“

Oder: „Ich denke immer wieder daran, dass ich …“

Es geht nicht darum, diese Gedanken sofort aufzulösen. Sondern darum, sie aus dem Inneren nach außen zu bringen.

Ritual

Wenn Sie Ihren Brief geschrieben haben, können Sie einen bewussten Abschluss setzen. Sie können den Brief in einem Umschlag aufbewahren. Als Zeichen dafür, dass diese Gedanken einen Platz bekommen haben.

Oder Sie entscheiden sich, ihn bewusst loszulassen – zum Beispiel durch Zerreißen oder Verbrennen. Nicht, weil die Gedanken falsch sind. Sondern weil Sie nicht dauerhaft daran gebunden bleiben müssen.

Es geht darum, einen ersten Abstand entstehen zu lassen.

Abschluss

Schuldgefühle fühlen sich oft eindeutig an. Als wäre klar, was richtig und was falsch war. In der Realität sind Situationen jedoch meist komplexer. Sie haben in dem Moment gehandelt, in dem Sie waren – mit dem Wissen und den Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung standen.

Vielleicht ist es noch zu früh, um das wirklich anzunehmen. Aber es kann ein erster Schritt sein, diesen Gedanken überhaupt zuzulassen.

 

Hier können Sie Ihren Beispielbrief kostenlos herunterladen.